heute in der stadt einem gespräch zwischen zwei älteren menschen (notgedrungen) mitgehört.
sie zu ihm: morgen fällt schnee. wir haben ja auch mondwechsel ... aber nicht so heftig!
ist der mondwechsel nicht so heftig? oder der schneefall? und was wechselt der mond?
als kind durfte ich sylvester nie aufbleiben. das ging bis mindestens bis zwölf jahre oder so - ich glaube sogar noch länger.
traditionell gab es am frühen abend immer feuerzangenbowle in der familie. das ereignis durften wir noch miterleben. war immer sehr aufregend und nach aussagen meiner mutter ja auch "sehr gefährlich". vater zelebrierte die zeremonie. ich glaube, es hat ihm spaß gemacht und ich glaube, er hat es inszeniert, nicht nur, um die kinder zu beeindrucken.
als kleiner steppke war es schon was absolut besonderes, ne flamme im wohnzimmer zu haben. und immer dann, wenn er rum nachgoß, und die flamme groß wurde und der löffel brannte und das brennende zuckerrumgemisch in die bowle tropfte - dann war das besser als fernsehn und was ich sonst erlebt habe.
und ich schwöre (immer noch): einmal hat er es geschafft, dass die flamme bis zur decke reichte!
e. war wieder ein paar tage hier. morgen, also nachher, fliegt er wieder zurück nach i.
dann sehen und sprechen wir uns wieder wochen nicht, haben dann nur kontakt über die fc und icq. klappt ganz gut, aber ist halt nicht das selbe.
als er heute kam, waren wir mit dem abendessen schon fertig. hab ihn gefragt, ob er noch was will und was ich ihm anbieten kann. wollte nix.
stunden später hat er sich ein brot gemacht. im ersten moment war ich innerlich so leicht verärgert, weil ich mir vorwarf, meinen 'gastgeberpflichten' nicht nachgekommen zu sein.
andererseits hab' ich mir dann gedacht: wenn er sich so problemlos bewegt und sich das nimmt, was er gerade braucht und da keine hemmungen hat, dann kann man es ja auch als zeichen nehmen, dass er sich wohlfühlt.