es wird immer besser
ich versuche ihn täglich zu besuchen. das ist keine pflicht, das ist wunsch. und wenn in dann am krankenhaus angekommen bin, rauch ich erst mal eine. einerseits, um 'abzuschwitzen' (zum krankenhaus geht es bergig hoch), zum anderen, um mich irgendwie drauf einzustimmen. welche fragen kann ich ihm heute stellen? nur über die verletzungen zu sprechen ist doof, zu einseitig. ist natürlich auch immer thema, aber es geht auch darum ... ja, wie formulieren? ihn wieder in die welt zurückzuführen? ihm die welt ins krankenzimmer zu bringen? gestern fragte ich ihn, ob er mal ne zeitung will. er sagte ja. also will ich versuchen, ihm jeden tag eine zu bringen. einfach auch um die möglichkeit zu haben, mal über das zu reden, was in der zeitung steht.
es geht nicht darum, zwanghaft ne normalität zu spielen, die es momentan nicht gibt, aber die möglichkeit zu schaffen, über das krankenzimmer hinaus sich auszutauschen.
das trauma des unfalls steht auch auf dem programm. da frage ich mich, inwieweit ich da was 'machen' kann. fast jeden tag erzählt er ein fragment, will mehr erzählen, bricht dann ab, weil er die worte nicht hat, weil er zu müde ist, weil er es nicht richtig fassen kann.
und da ist noch das zweite. wenn er sich im bett mühseelig aufrichtet, seine beine aus dem bett bewegt um das abendessen zu nehmen, dann werde ich immer an meinen vater erinnert, als dass sozusagen die letzten bewegungen vor seinem tod waren.
bei ihm, also dem freund, sind das absolut klasse zeichen, dass er sitzen kann (er läuft sogar schon ein bißchen), dass er normal isst - alles erfolgsmeldungen. aber wenn ich die zittrige hand sehe, die teilweise unkoordinierten bewegungen, diese mühseeligkeit, dieses schmerzverzerrte gesicht ... da sehe ich nur den todgeweihten vater.
auch ein grund, vor jedem besuch mit einer zigarette etwas klar zu werden.
und ich weiß gut genug, dass so ein krankenbesuch kein show sein muss. und ich weiß gut genug, das ich auch einfach nur an seinem bett sitzen kann und nicht reden muss.
heute hat er einen ersten witz gemacht - fand ich sau gut. und dann wollte er wieder vom unfall erzählen und begann und konnte aber nicht. die wörter fehlten ihm und er wurde vollkommen durcheinander. und das ist dann der moment, wo ich nicht weiß, was tun. genau nachfragen? in fordern? oder doch, einfach nur nicken?
auch wenn ich mir sagte, ich muss da nicht jeden tag hin - er bekommt auch noch reichlich besuch seiner familie - und ihm sagte, dass ich erst montag wieder komme, werde ich morgen doch noch kurz bei ihm vorbeischauen. will mir irgendeine kleinigkeit überlegen, die ihn für ne sekunde zum lächeln bringt.
es geht nicht darum, zwanghaft ne normalität zu spielen, die es momentan nicht gibt, aber die möglichkeit zu schaffen, über das krankenzimmer hinaus sich auszutauschen.
das trauma des unfalls steht auch auf dem programm. da frage ich mich, inwieweit ich da was 'machen' kann. fast jeden tag erzählt er ein fragment, will mehr erzählen, bricht dann ab, weil er die worte nicht hat, weil er zu müde ist, weil er es nicht richtig fassen kann.
und da ist noch das zweite. wenn er sich im bett mühseelig aufrichtet, seine beine aus dem bett bewegt um das abendessen zu nehmen, dann werde ich immer an meinen vater erinnert, als dass sozusagen die letzten bewegungen vor seinem tod waren.
bei ihm, also dem freund, sind das absolut klasse zeichen, dass er sitzen kann (er läuft sogar schon ein bißchen), dass er normal isst - alles erfolgsmeldungen. aber wenn ich die zittrige hand sehe, die teilweise unkoordinierten bewegungen, diese mühseeligkeit, dieses schmerzverzerrte gesicht ... da sehe ich nur den todgeweihten vater.
auch ein grund, vor jedem besuch mit einer zigarette etwas klar zu werden.
und ich weiß gut genug, dass so ein krankenbesuch kein show sein muss. und ich weiß gut genug, das ich auch einfach nur an seinem bett sitzen kann und nicht reden muss.
heute hat er einen ersten witz gemacht - fand ich sau gut. und dann wollte er wieder vom unfall erzählen und begann und konnte aber nicht. die wörter fehlten ihm und er wurde vollkommen durcheinander. und das ist dann der moment, wo ich nicht weiß, was tun. genau nachfragen? in fordern? oder doch, einfach nur nicken?
auch wenn ich mir sagte, ich muss da nicht jeden tag hin - er bekommt auch noch reichlich besuch seiner familie - und ihm sagte, dass ich erst montag wieder komme, werde ich morgen doch noch kurz bei ihm vorbeischauen. will mir irgendeine kleinigkeit überlegen, die ihn für ne sekunde zum lächeln bringt.
201 - 26. Jul, 23:24


