die große stille

was für ein film! ich bin echt hin und weg!
selten von menschen so beeindruckt gewesen, wie von diesem film, auch wenn ich diese menschen ja gar nicht persönlich kenne.
und während des films ist mir klar geworden, wie laut eigentlich die heizung ist, und wie laut es eigentlich ist, wenn jemand ein ei ißt.
und wie hektisch das bei mir alles ist, und was ich mich allem ausetze und mache und tue.
die mönche dagegen: ruhe, stille, gebet, konzentration - ein ziel, eine aufgabe. bewundernswert.
mich hat schweigen schon immer fasziniert (auch wenn ich manchmal babbelwasser getrunken habe) und ich kenne auch von mir tage, an denen ich nichts oder so gut wie nichts spreche. aber würde ich das länger als drei tage aushalten, geschweige denn ein monat oder länger? und das ist einer zelle, aus der ich vielleicht zwei-, dreimal am tag rauskomme um in die kirche zu gehen um zu beten? nur einmal die woche gemeinsam essen - schweigend? nur einmal die woche eine stunde gespräch mit den anderen?
der film erklärte nichts, so gut wie nichts. das war die auflage: kein kommentar, kein künstliches licht, keine musik oder geräusche, außer denen des klosters. sozusagen teilnehmende beobachtung. man schaute in ein fremdes leben, in eine fremde lebensweise - aber ich kann nicht leugnen: mich hat das fasziniert.
allein die szene beim haareschneiden. im weltlichen leben der hort von gequatsche und klatsch. dort die ruhe, nur das summen des rasierers. und dann das liebevolle, ja zärtliche auskämmen der haare, fast meditativ schon. eine art liebesbeweis.
weite strecken des films waren im grunde photographie verbunden mit den geräuschen. das knarren von dielen. oder die - in meinen augen - großen szenen, wenn einfach portraits der möchen gedreht wurden: sie standen vor der kamera, schweigend, schauten - und erzählten mehr, als ich mir je hätte vorstellen können.
und klar bildet sich dann doch der eindruck, dass das alles verhärmte, eingeschränkte männer sind, die dem leben vollkommen entsagen und im grunde gar nicht mehr leben. und dann dieser kleine ausschnitt, wie die mönche im schnee spazieren gehen und mit lust und gelächter einen schneehang runterschlittern, wie es junggebliebene männer halt eben machen. lachen, geschwätz, applaus ...
und das war wohl das beeindruckenste: das sind ganz normale menschen, die leben, aber die ein ziel, eine aufgabe haben, an die sie glauben, der sie alles unterordnen und trotzdem das sind, was sie sind: menschen.
ich hab da echte hochachtung davor.

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

Aktuelle Beiträge

bleiben oder gehen
es wird zeit, sich über den...
Samuel B. - 18. Nov, 22:48
halt mal so
Samuel B. - 18. Nov, 21:22
für geld noch nicht...
für geld noch nicht - wenn...
Samuel B. - 18. Nov, 20:36
Du scheinst das Spielchen...
Du scheinst das Spielchen ja gut...
Capt. Cock - 18. Nov, 19:56
erfahrung ist teuer
erfahrung ist teuer
Samuel B. - 18. Nov, 19:52

umweg

samuel_b [ätt] gmx.de

keine haftung für die wahrheit

ich hab zwar nicht vor hier zu lügen und zu erfinden und zu phantasieren, aber die umstände werden es erforderlich machen, dass ein oder andere dann doch zu 'zu verschieben' oder 'umzubenennen', um niemanden auf die füße zu treten.

Suche

 

Status

Online seit 411 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 18. Nov, 22:48

Wetter

Aktuelles Wetter in Kassel:


Temperatur: 6 C
UV Index: 0
Luftfeuchte: 85 %
Sichtweite: 14.0 km
Luftdruck: 985.4 mb
Windstärke: 11 km/h

Weather data provided by weather.com

Archiv

Oktober 2007
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
18
 
 
 
 
 
 

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Web Counter-Modul

woher


201
adventsrätsel
diverso
erste sätze
essbar
ferngesehen
jobmäßiges
mutandine
sichtbares
tonfolge
vatererinnerungen
von vor zehn jahren
x von 3.000
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren