'familienessen'
seit ich mit m. zusammen bin, gibt es sonntags abends das so genannte 'familienessen'. früher jeden sonntag, seit zwei, drei jahren regelmäßig unregelmäßig, aber mindestens einmal im monat. sechs schwule männer (= drei paare) wobei es jetzt einer zeichnung bedürfte deutlich zu machen, wer der ex von wem ist und mit wem jetzt zusammen. am tisch ein krankenpfleger, ein psychiater, ein psychologe, ein architekt, ein schneider und ein literaturwissenschaftler. die alterspanne von ende dreißig bis mitte fünfzig. eingeladen wird ohne plan reihum, die menüs von einfach bis raffiniert - das einzige was nie fehlt: rotwein.
die gespräche, je nach abend, saudoof, philosophisch, politisch, gesellschaftlich, sprachwissenschaftlich, historisch ... oder von jedem etwas und noch viel mehr. kann schon passieren, dass zum hauptgang das thema geschlechtskrankheiten mitaufgetischt wird.
am anfang hab ich mich mit der runde wirklich schwer getan. ein einziges durcheinander, keiner lies den anderen aussprechen, dauernd wurde ein neues thema angesprochen, man wurde überhört, dann stand man plötzlich im zentrum ...
außerhalb dieser runde sehen / sprechen wir uns kaum
hin und wieder stoßen gäste dazu.
heute abend war auch ein gast da, ein geistlicher. er wohnt mit in dem haus der anderen.
meine erste frage an m., als wir mit dem taxi vorhin nach hause fuhren: was denkst du, wird w. jetzt immer dabei sein?
nix gegen w., er hat interessante fragen gestellt, wußte das ein oder andere zu erzählen, ich hätte auch noch ne menge fragen an ihn ... aber ich merke, wie wichtig mir 'diese familie' geworden ist, die vertrautheit, die offenen worte, die man da sprechen (und hören) kann, das ganze geballte wissen, was da um den tisch sitzt, die dispute ...
ich fremdel ja ganz gerne, heute einfach nur gut drauf, weil das shooting mit b. so gut war, sonst wäre ich auf w. mit sicherheit nicht so offen zugegangen.
trotzdem merke ich, wie gern ich die 'kernfamilie' erhalten will. andererseits: wenn die anderen damals nicht so offen gewesen wäre, wäre ich da auch nicht hineingewachsen.
die gespräche, je nach abend, saudoof, philosophisch, politisch, gesellschaftlich, sprachwissenschaftlich, historisch ... oder von jedem etwas und noch viel mehr. kann schon passieren, dass zum hauptgang das thema geschlechtskrankheiten mitaufgetischt wird.
am anfang hab ich mich mit der runde wirklich schwer getan. ein einziges durcheinander, keiner lies den anderen aussprechen, dauernd wurde ein neues thema angesprochen, man wurde überhört, dann stand man plötzlich im zentrum ...
außerhalb dieser runde sehen / sprechen wir uns kaum
hin und wieder stoßen gäste dazu.
heute abend war auch ein gast da, ein geistlicher. er wohnt mit in dem haus der anderen.
meine erste frage an m., als wir mit dem taxi vorhin nach hause fuhren: was denkst du, wird w. jetzt immer dabei sein?
nix gegen w., er hat interessante fragen gestellt, wußte das ein oder andere zu erzählen, ich hätte auch noch ne menge fragen an ihn ... aber ich merke, wie wichtig mir 'diese familie' geworden ist, die vertrautheit, die offenen worte, die man da sprechen (und hören) kann, das ganze geballte wissen, was da um den tisch sitzt, die dispute ...
ich fremdel ja ganz gerne, heute einfach nur gut drauf, weil das shooting mit b. so gut war, sonst wäre ich auf w. mit sicherheit nicht so offen zugegangen.
trotzdem merke ich, wie gern ich die 'kernfamilie' erhalten will. andererseits: wenn die anderen damals nicht so offen gewesen wäre, wäre ich da auch nicht hineingewachsen.
diverso - 16. Dez, 23:13


